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Mehrsprachigkeit und Diversität

Diskriminierung und Benachteiligung entgegenwirken

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Mehrsprachigkeit fördert eine diversitätsbewusste Haltung aller Kinder.

Viele Kinder wachsen neben der deutschen Sprache mit einer oder mehreren Familiensprachen auf. Obwohl Mehrsprachigkeit ist in unserer Gesellschaft Realität ist, erfahren betroffene Kinder zum Teil Diskriminierungen und Benachteiligungen. Dies äußert sich beispielsweise in einer Bewertung Ihrer Familiensprachen. So werden Sprachen, die auch in der Schule gelehrt werden, häufig als positiv und vorteilhaft betrachtet, während andere negativer betrachtet werden.

Mehrsprachigkeit als Ressource

Im Alltag von Kindertagesstätten kann es vorkommen, dass es nicht gewünscht wird, dass Kinder in ihren Familiensprachen sprechen. In der Regel wird dies damit begründet, dass die Kinder Deutsch sprechen sollen, um es besser zu lernen.
Diese Ansichten sind jedoch hoch problematisch. Eine zeitgemäße Pädagogik in Kindertagesstätten greift die Mehrsprachigkeit von Kindern positiv als Ressource auf.

Dafür sprechen gute Gründe:

  • Artikel 30 der UN- Kinderrechtskonvention legt fest: Kinder haben das Recht auf die Verwendung ihrer eigenen Sprache.
  • Die Sprachpraxis der Familie ist wesentliches Element der individuellen Lebenserfahrung, seiner ersten prägenden Sprachaneignung und seiner Persönlichkeit. Spracherfahrungen schließen kulturelle Erfahrungen ein, transportieren Normen und Werte, Situationsdeutungen und Weltbilder. Diese Erfahrung zurückzuweisen oder geringzuschätzen bedeutet, dass ein Kind in seiner Persönlichkeit missachtet wird. Daher sollten die verschiedenen Sprachwelten nicht miteinander konkurrieren.
  • Die Wertschätzung der sprachlichen Herkunft und Geschichte eines Kindes hat enorme Bedeutung für den erfolgreichen Zweitspracherwerb. Erfährt ein Kind also Diskriminierung bezüglich seiner Familiensprache(n) wird es voraussichtlich größere Schwierigkeiten haben Deutsch als Zweitsprache zu lernen.
  • Das Erfahren gelebter Mehrsprachigkeit fördert eine diversitätsbewusste Haltung aller Kinder und trägt zu einer gelingenden Demokratiebildung bei.

Wie kann Mehrsprachigkeit von Kinder positiv im KiTa-Alltag aufgegriffen werden?

  • Wir achten auf eine anerkennende und inklusive Sprache.
  • Wir sorgen dafür, dass die Familiensprachen und Dialekte der Kinder im Alltag zu hören, zu sehen und z.B. in Liedern oder Büchern wiederzufinden sind.
  • Wir fragen die Eltern nach der Bedeutung der Namen ihrer Kinder und achten auf deren korrekte Aussprache – auch auf die des Familiennamens.
  • Wir achten darauf, dass alle Kinder die Möglichkeit bekommen, sich zu beteiligen, auch wenn sie das (noch) nicht auf Deutsch können.

Wichtigstes Ziel alltagsintegrierter Sprachbildung ist es, bei Kindern die Freude am Sprechen zu wecken und zu erhalten – das gilt sowohl für die Verwendung der Familiensprache(n), als auch beim Lernen der deutschen Sprache!

 

Autor*innen: Thorsten Barth und Friederike Bennts (Fachberatung für trägerübergreifende Angelegenheiten und Programme)

Datum: 24 Jun, 2024