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Mach dich schlau!

Flaute im Portemonnaie? Wie sag ich es dem Kind?

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Geld wird in unserer Gesellschaft schnell mit Leistung und dem Bildungsniveau gleichgesetzt. © Meike Truchseß

Mütter und Väter haben oft Hemmungen über Geldsorgen zu sprechen. Grund hierfür ist meist, dass sie die Kinder nicht belasten möchten. Natürlich ist das Thema “Finanzen” ein Erwachsenen-Thema und Kinder sollten nicht zu detailliert einbezogen werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Sorgen verschwiegen werden sollten. Unsere Erfahrung in der Jugend-, Familien- und Erziehungsberatung ist, dass Kinder meist sehr genau spüren, dass etwas los ist, selbst wenn nicht darüber gesprochen wird.

 

Über Sorgen sprechenaber wie?

Meist ist es hilfreich, wenn Eltern auch über eigene Sorgen sprechen – so wie Sie sich sicherlich auch wünschen, dass die Kinder mit Problemen zu ihnen kommen. Dabei ist es natürlich wichtig, dies altersgerecht zu tun.  
Zu einer Überforderung kann es bei zu vielen Infos kommen, die mit den Kindern geteilt werden. Es muss nicht unbedingt alles auf einmal besprochen werden. Kinder fragen oft nochmals nach, wenn sie die ersten Informationen verdaut haben.
Überfordernd können aber auch sehr starke Gefühle der Eltern sein. Daher ist es hilfreich, belastende Themen dann zu besprechen, wenn man sich stabil und sortiert genug fühlt. Aber selbst wenn dies nicht gelingen sollte, kann ein weiteres Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt zur Beruhigung beitragen.  

 

Konstruktiv nach Lösungen suchen

Das offene Gespräch zwischen Eltern und Kindern kann auch helfen, gemeinsam Lösungen zu finden. Wer konstruktiv nach Lösungen sucht, fühlt sich den Dingen weniger ausgeliefert. Man ist aktiv und das gemeinsam.
Das Eis in der Eisdiele ist noch teurer als im letzten Jahr? Das Eis aus dem Supermarkt schmeckt ja auch gut. Eine neue Markenhose würde das Budget sprengen? Im Internet wird eine nur wenig Getragene für den halben Preis angeboten.  
Das schlechte Gewissen oder auch die Scham, dem eigenen Kind nicht jeden Wunsch erfüllen zu können, führt manchmal bei Eltern dazu, dies mit einem Satz wie “das hatte ich früher auch nicht” oder “das ist ja wohl auch wirklich nicht nötig” abzutun. Hier wäre es vielleicht hilfreicher Verständnis für die Bedürfnisse des Kindes zu signalisieren und trotzdem zu sagen, dass es momentan nicht geht.  

 

Offene Gespräche wichtig

Durch das offene Gespräch kann auch deutlich werden, was jedem Einzelnen oder auch der ganzen Familie wichtig ist. Vielleicht können die Kinder nicht drei Hobbys haben, aber eines. Oder einem Kind sind die Klamotten wichtiger und dem anderen Bastelsachen.
Und auch die Eltern müssen auf ihre Bedürfnisse schauen. Dann muss das Kind für die teuren Turnschuhe das Geburtstags- und Weihnachtsgeld sparen und das Familienbudget kann für einen Wochenendausflug genutzt werden, um die Seele etwas baumeln zu lassen.   
Geld wird in unserer Gesellschaft schnell mit Leistung und dem Bildungsniveau gleichgesetzt. Dies kann ebenso zu Scham führen. Auch hier kann das offene Gespräch Kinder davor bewahren, Geldsorgen und Armut mit Schamgefühl zu verknüpfen. Vielleicht erleben Kinder, dass Eltern ihren Job lieben, auch wenn er weniger Geld einbringt. Oder Eltern erklären, dass es vor allem die gesellschaftlichen Bedingungen sind, die Familien in Armut zwingen. Wie das etwa bei Alleinerziehenden sehr oft der Fall ist.

 

Autor*in: Meike Truchseß

 


Sollten Sie Sorgen und Nöte haben und nicht wissen, ob und wie Sie darüber mit Ihren Kindern darüber sprechen sollen, sind wir, die Jugend-, Familien- und Erziehungsberatungsstelle gerne für Sie da.

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Datum: 22 Jun, 2022