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Mach dich schlau!

Posten, chatten – und wissen, wann Schluss ist

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Medienkompetenz gemeinsam lernen/© LHH

Wie viel Zeit vor dem Bildschirm ist zu viel für ein Kind? Ist ein Handy-Verbot pädagogisch sinnvoll? Wie riskant ist es, wenn junge Menschen beim Chatten und Posten Persönliches über sich selbst preisgeben? Wo drohen Bezahlfallen oder strafbare Urheberrechtsverletzungen? Wenn es um den Medienkonsum ihrer Kinder geht, sind die Eltern oft ratlos. Insbesondere dann, wenn sie das Gefühl haben, dass sie technisch und inhaltlich kaum mitreden können. Dabei ist die multimediale Welt ein riesiger Markt der Möglichkeiten, den es gemeinsam zu entdecken gilt.

 

Wen fragen?

Eine zentrale Anlaufstelle für euch Eltern und für Pädagog*innen in Schulen, Kindertagesstätten und Stätten der Jugend- und Erwachsenenbildung ist das Medienzentrum der Region Hannover. Es bietet Beratung, Fortbildungen, Kurse und Schulprojekte zur Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen. Das Medienzentrum dokumentiert schulische und kulturelle Medien-, Musik- und Theaterprojekte, es gibt Produktionsplätze und ein Studio für Multimedia, Video und Audio. Medien und AV-Geräte stehen hier zum Ausleihen bereit, auf der Website können Videos und Audiodateien heruntergeladen werden.

Auch viele gemeinnützige Organisationen und Privatinitiativen haben sich dem Thema Medienkompetenz verschrieben. Einer davon ist der Verein Smiley e.V., der Workshops für Schulklassen, Elternabende, Fortbildungen und Vorträge veranstaltet.

Ihr könnt euch auch untereinander Unterstützung geben. Das zeigt das bundesweite Projekt Elterntalk. In Niedersachsen engagieren sich darin zehntausende Mütter und Väter von Kindern bis 14 Jahren – als Gäste oder sogar als Gastgeber*innen. Dort könnt ihr über Medienkonsum, gesundes Aufwachsen, Suchtfragen oder pädagogische Methoden ins Gespräch kommen. Die Treffen werden von erfahrenen Moderator*innen begleitet. Die Gesprächsrunden können auf Wunsch auch in Türkisch, Russisch, Deutsch oder in anderen Sprachen stattfinden. Der Elterntalk ist ein Angebot der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) zur Stärkung der Medien- und Erziehungskompetenz.

 

Cybermobbing, Datenklau, Spielsucht, Einflussnahme durch Influencer*innen oder extremistische Gruppen

Die Gefahren, die im Netz lauern, gefährden Kinder und Jugendliche: Ihnen fehlen noch die Gefahrenriecher, Lebenserfahrung und manchmal auch verständnisvolle Ansprechpartner*innen.

Die Seite www.jugendschutz.net etwa bietet vielfältige Informationen über typische Risiken wie Cybermobbing oder Aufrufe zur Selbstgefährdung. Unbedingt lesenswert sind auch die Elternratgeber über mobile Internetnutzung, die von der Initiative www.klicksafe.de herausgegeben werden.

Heranwachsenden fällt es bei Problemen oft am leichtesten, sich die Erste Hilfe aus dem Netz zu holen – insbesondere dann, wenn diese barrierefrei und anonym angeboten wird. Eine Top-Adresse für die Online-Beratung ist das Portal juuuport.de. Hier ist Beratung kostenlos und vertraulich via Kontaktformular oder WhatsApp möglich. Die ehrenamtlichen Berater*innen, die sogenannten Juuuport-Scouts, sind nicht älter als 24 Jahre und als Vertrauenspersonen für Gleichaltrige besonders geeignet. Sie sind ausgebildet in den Bereichen Recht, Internet und Psychologie und beantworten alle Zuschriften. Psychologische und pädagogische Betreuer*innen stehen ihnen zur Seite.

Das Informationsportal „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht“ bietet euch Unterstützung bei der Medienerziehung. Der Medienratgeber für Familien ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und 60 weiteren Organisationen. Schwerpunktmäßig geht es um sexuelle Anmache im Internet, so genanntes Cybergrooming. Erwachsene chatten Minderjährige gezielt an, um Kontakt anzubahnen oder um an Nacktaufnahmen zu gelangen: eine Form des sexuellen Missbrauchs, die strafbar ist. Darüber hinaus bietet das Portal Wissenswertes zu aktuellen Entwicklungen und alltagstaugliche Tipps, wie Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder kompetent begleiten können. Bei konkreten Fragen und Problemen könnt ihr euch dort an speziell geschulte Mediencoaches wenden.

 

Projekt Medienkompetenz

In Hannover gibt es aber auch regionale Projekte, die die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken sollen. In der Lernoase Vahrenwaldbeispielsweise üben Schulkinder mit freien Lernmaterialien und Apps. Gemeinsam erforschen sie, wie Neue Medien im Alltag, in der Schule, im Beruf, in der Weiterbildung und in der Freizeit nützlich sein können. Aktuelle Fragen zu Computern, Tablets, Smartphones und zum Umgang mit sozialen Medien werden besprochen. Darüber hinaus geben hier Schüler*innen ihr mediales Wissen an Senior*innen weiter.

 

Kindersoftware, von Kindern bewertet

Wie kindgerecht sind Konsolenspiele, Computerspiele, Apps und anderes digitales Spielzeug? Das kann niemand besser beurteilen als die Kinder selbst. Darum lädt der Kindersoftwarepreis Tommi Kinder zwischen sechs und 13 Jahren ein, als Kinderjury Neuerscheinungen unter den PC- und Konsolenspielen zu testen und zu bewerten. Der bundesweite Wettbewerb wird auch in Hannover ausgerichtet, einmal im Jahr findet er im großen Saal im Freizeitheim Vahrenwald statt.

 

Autor*in: Andrea Rehmsmeier, aus dem Familienkompass

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Datum: 17 Feb, 2022